Sardinien 2019

Kurzfristig, spontan und ohne lange zu überlegen, nur von Emotionen geleitet ist dieses Jahr der Abschluss mit dem Motorrad geschehen. Normalerweise ist der Herbst so nicht wirklich mein Ding, aber wenn es Sardinien ist, dann schaut es gleich anders aus. Zu Hause wäre ich, trotz neuer Maschine, vielleicht noch ein zwei Touren gefahren, wenn überhaupt, und dann würde ich das Bike in den Winterschlaf entlassen. So allerdings musste das Einwintern noch bis Ende Oktober warten.
Laut den Berichten in den verschiedensten Foren ist der Herbst, mal abgesehen von kürzeren Tag, eigentlich sehr beliebt. Für mich wars das bis jetzt noch nie, aber das sollte sich ändern.

Okay, dieses Jahr ist es halt mal ganz anders als je zuvor. Eigentlich wars das auch schon vor dieser anstehenden Reise, denn so wenig wie heuer bin ich in den heimischen Gefilden (Tirol) noch nie gefahren. Hat mich irgendwie nicht gereizt. Mag sein, dass man eh schon alles kennt, dass der extreme Verkehr und die rigorose Verkehrsüberwachung da mit einwirkten, aber es hat mich einfach nicht gereizt. Dafür bin ich eben mehrmals größere Touren, Reisen im In-/und Ausland mit dem Motorrad gefahren.

Zurück zur Reise nach Sardinien. Vom 18.10. – 27.10.19 ging es auf die Insel. Zuvor hatte ich noch die Fähre fixiert. Das Erste Mal sollte es mit der Grimaldi rüber gehen. War erstmal etwas verunsichert (Berichte), ob das schon die richtige Entscheidung war, nur der Preis war unschlagbar. Im Nachhinein kann ich sagen, es war gut, alles bestens und zu allen anderen Linien die ich bis jetzt genutzt hatte kein Unterschied, eher sogar besser.

Auf nach Livorno – 18.10.2019
Die Anfahrt haben wir kurzerhand und ohne Extratouren direkt über die Autobahn runtergerissen. Nicht das Highlight aber na ja …

Anfahrt Livorno – Grimaldi Lines

Etwas ungewohnt war die Anfahrt zum Hafen von Grimaldi schon, da dieser nicht der selbe ist wie bei den anderen Linien. Letztlich aber kein Problem und vom Gefühl her sogar einfacher anzufahren.

Die Überfahrt war zwar um eine Stunde verspätet, aber ansonsten sehr ruhig.

Sardinien Tag 1 – 19.10.2019
Mit einem schönen Sonnenaufgang begrüßte uns Sardinien.
Pünktlich um 7°° legte die Fähre an und um 7:30 waren wir schon von Bord. Da unsere Tanks etwas an Flüssigkeit benötigten fuhren wir noch an der Tanke vorbei und machten uns dann auf dem Weg nach Arbatax.
Der Weg zum Hotel Il Vecchio Mulino war schon einmal ein Vorgeschmack auf das was uns dieser Tage erfreuen wird.

Sardinien Tag 2 – 20.10.2019
Nach einer geruhsamen Nacht und üppigen Frühstück war heute der Süden angesagt. Das Wetter perfekt, die Temperaturen badetauglich. Somit ideale Verhältnisse uns diesen Tag mit B&B (Biken und Baden) zu verschönern. Endlang der SS125/SS125var ging es erstmal Richtung Muravera um kurz vorher abzuzweigen und dem Porto Corallo einen Besuch abzustatten.

Im Anschluss an einem Café wurden die Badesachen herausgekramt und das herrliche Wetter, der schöne leere Strand und auch das wohltemperiert Wasser genossen.

Nach dieser Ruhepause schwangen wir uns wieder auf die Bikes und weiter ging es Richtung Cagliari. Der Küste endlang zu fahren ist einfach ein Genuss und eine Augenweide.
Genuss hin oder her, irgendwann war die Zeit gekommen um wieder an die Rückfahrt zu denken. Und die führte uns über die „alte SS125“ Richtung Burcei. Und ich denke, da brauch ich nicht viel dazu sagen, dieser Streckenabschnitt spricht für sich. Die diesen Abschnitt kennen wissen was ich meine, unglaublich geil zu fahren.
Dem nicht genug nahmen wir dann noch Ballao, Escalaplano, Perdasdefogu und Jerzu auf den Weg zum Hotel noch mit. Wow, einfach ………!
Zufrieden und müde machten wir uns auf den Weg zu unserem Standardrestaurand La Baia.

Sardinien Tag 3 – 21.10.2019
Dieser Tag hatte es in sich. Da ich ja im kommenden Sommer ein Haus gemietet hatte, wollte ich dieses auch mal im Vorfeld in natura sehen. Christian mein Begleiter hatte nichts dagegen und somit stand dieser „langen Tour“ (das Haus befindet sich auf der anderen Inselseite bei Alghero) nichts mehr im Weg. Einzig die Streckenführung machte es nicht einfach. Es sollte ja nicht nur geradeaus gehen, na ja in Sardinien eh schwierig, sondern auch einen fahrerischen Reiz aufweisen. Nun ja, zum größten Teil ist es uns eh gelungen, mal von ein paar Ausnahmen abgesehen. War verzeihlich. Die Temperaturen waren wieder sehr warm. Die Tour führte über Orgosolo-Macomer nach Alghero mit einigen kurvenreicheren Umwegen hin wie auch zurück. Das war ganz schön anstrengend und zeitaufwendig. Zu meinem Leidwesen fanden wir zwar die Zufahrtsstraße, aber das war es auch schon. Einsicht in mein nächstjähriges Feriendomizil gab es nicht. 🤨
Zur Belohnung gab es dann einen schönen Strand bei Alghero und eine feine Strandbar. 😊
Die Rückfahrt war ähnlich der Hinfahrt, mit ein paar Ausnahmen. Nach über 500 km waren wir dann wieder im Hotel, etwas geschlaucht und vor allem hungrig.

Sardinien Tag 4 – 22.10.2019
Der 4te Tag auf Sardinien war angebrochen, das Wetter weiterhin uns sehr hold. An diesem Tag wollten wir die Costa Smeralda anvisieren, da diese der Christian noch nie gesehen hatte. Ok da gibt es doch einige Möglichkeiten dorthin und wieder zurück zu kommen. Die Einfachste ist es der SS125 zu folgen und die wirklich tollen, einzigartigen Straßenbaukünste zu genießen. Und das taten wir dann auch, zumindest größtenteils. Nur auf dieser zu bleiben wäre angesichts der anderen Möglichkeiten nicht gut, einige andere schöne Abschnitte gesellten sich dazu.

Eine tolle Tour, mit einer tollen Landschaft, einigen schönen Ausblicken und vor allem mit grandiosen Motorradstrecken. Vor dem Abendessen gab es schon mal eine kleine Belohnung.

Sardinien Tag 5 – 23.10.2019
Morgendliches Ritual, aus dem Fenster schauen und sich freuen. Es versprach wieder gutes Wetter, wenn auch nicht mehr so warm und durchgängig sonnig, aber wer braucht das schon wenn man zum Motorradfahren auf diese Insel kommt. 😉
Nach kurzer Überlegung und Blick auf die zusätzlich befragte Wetterapp entschieden wir uns für eine Tour im Inneren der Insel. Der Klassiker der eigentlich immer mit dabei ist, denn alle „schönen, tollen Strecken“ führen auch über die Orte Ilbono, Gairo, Seui, …….. bis rauf nach Fonni und von da wieder irgend eine Strecke zurück. Man kann hier in dieser Gegend eigentlich nichts falsch machen, jede Strecke ist hier zum Jubeln, lässt das Bikerherz einfach höher schlagen. 🤪 Nach gut 220 km waren wir dann wieder im Hotel angelangt.

Heute Abend war auch der Tag an dem wir einen neuen Bikerkollegen kennenlernen durften. Stefan aus Berlin, der mich via Sardinienforum angeschrieben hatte und der ebenfalls auf Sardinien verweilt. Sein Standortwechsel führte ihn in unsere Gegend (Arbatax). Nach kurzen Hin- und Hergeschreibsel war es heute soweit. Das Abendessen war wie fast immer im La Baia. Und wie es meistens unter Gleichgesinnten ist, man versteht sich sofort gut. Hatten einen netten Abend und einen zusätzlichen Begleiter auf unseren nächsten Touren.

Sardinien Tag 6 – 24.10.2019
Weil es so schön war und weil das Wetter im Süden mehr unseren Vorstellungen entsprochen hatte, sind wir nochmals Richtung Cagliari gefahren. Dieses mal unter der Führung von Stefan, der durch seine vielen Sardinienaufenthalte ebenfalls über ausgezeichnete Streckenkenntnisse verfügt. Natürlich mit dabei musste die SS125 bis nach Burcei sein. dieses Mal allerdings von der anderen Seite gefahren. Einfach unglaublich diese Strecke. Mit entsprechenden Pausen ging es dann weiterhin spektakulär zurück zum Hotel. Geniale Strecke (kann es garnicht oft genug erwähnen) und zudem immer leere Straßen, einfach ……… genial!

Nach so einer Runde schmeckt das Abendessen dafür umso besser.

Sardinien Tag 7 – 25.10.2019
Heute war unser, also Christians und meiner, Stefan war ja noch einige Tage länger auf der Insel, vorletzter Tag auf Sardinien. Diesen wollten wir natürlich nochmals ausreichend genießen. Die Wettervorhersagen sagten nicht wirklich berauschendes Wetter an, im Süden abermals besser als im Norden und der Mitte der Insel. Allerdings mit etwas Glück und flexiblen Streckenverlauf könnte sich doch in diesen Gegenden eine tolle Tour ausgehen. No Risk no Fun. Los ging es bei strahlenden Sonnenschein Richtung Talana nach Orgosolo. Ein Traum zum Fahren und gewaltige Ausblicke. Aber je weiter wir in diese Richtung fuhren, desto bedrohlicher wurde das Wetter. So richtig auf Wasser von oben hatte keiner von uns Lust. 🙄 Also raus mit unserer Wetterapp und schauen wie der Verlauf der Front ist. Derzeit bewegten wir uns genau am Rande zwischen gut und schlecht. Einige Tropfen waren nach der Kaffeepause auch schon zu verspüren, aber da wir dem Wetter davonfahren wollten, sollte das kein Problem darstellen. Immer an der Grenze zwischen trocken und nass ging es dann weiter nach Mamoiada, Gavoi, Tedi, Aritzo ……. Und das war eine sehr gute Entscheidung. So bekamen wir eine tolle Tour zusammen und blieben trocken.😁

Der Tagesausklang fand wieder beim Abendessen statt und der war zugleich der Abschied von Stefan. Stefan war eine tolle Bereicherung, ein perfekter Biker (sehr flott) und ein unkomplizierter Kumpel. Fein dass wir dich kennenlernen durften. Und danke für die Führungsarbeit unserer gemeinsamer Touren, war Extraklasse! Ich hoffe wir sehen uns ein weiteres mal und können dort weitermachen wo wir aufgehört haben. 😁👍

Sardinien Tag 8 – 26.10.2019
Nun ja, unser letzter Tag auf Sardinien war angebrochen. Ein letztes mal noch das Frühstück im Hotel genossen und dabei über mögliche Touren gesprochen, bei diesen man nicht durch die nahende Schlechtwetterfront fahren musste. Der ganze Norden war eigentlich überzogen mit Regen und Gewittern. Einziger Lichtblick war der Nord-Westen, in dieser Richtung dürfte es dann mit dem Schlechtwetter vorbei sein. Zeit hatten wir ja genug, denn die Fähre ging ja erst um 21:30. Somit war klar, nicht lange herumtrödeln, rauf auf das Bike und ab Richtung Nord-Westen. Bei Abfahrt in Arbatax war es wieder top und nichts deutete auf Regen und Gewitter hin. Nach einer netten Verabschiedung im Hotel, echt ein sehr zu empfehlende Hotel das Il Vecchio Mulino, ging es rasch Richtung Nuoro. Perfektes Wetter, Sonne pur, nur kurz trübte sich mal der Himmel ein, aber je weiter wir nach Westen kamen desto sonniger und wärmer wurde es. Ganz phantastisch zum fahren. So konnten wir die letzte Kilometer auf Sardinien in vollen Zügen genießen. Bei einer Kaffeepause in Castel Sardo erfuhren wir von Stefan, dass auf der Ost-Südseite „Land unter“ war, also die Front total zugeschlagen hatte. Schade für ihn, gut für uns (Sorry Stefan). 😉
Die restliche Strecke cruisten wir ganz entspannt der Küste entlang, genossen Kilometer für Kilometer. In S. Theresa di Gallura gab es noch einen längeren Zwischenstopp am Strand, um dann gemütlich der SS125 entlang nach Olbia zur Fähre zu fahren.

Ab nach Hause – 27.10.2019
Nach einer ruhigen Überfahrt mit hervorragendem Schlaf wurden wir zeitig von der Fähre gelassen. Das Frühstück ließen wir wieder ausfallen, um es dann nach dem Tanken ruhig und gemütlich zu genießen. Wie schon bei der Hinfahrt, so fuhren wir die ganze Strecke nonstop via Autobahn Richtung Heimat. Verkehr war kein Problem, das Wetter perfekt und somit ein gelungener Ausflug mit dem Motorräder auf „meine“ Lieblingsinsel Sardinien.

Resume

Es war wiederum eine tolle Motorradreise mit einem Klasse Kumpel Christian und zusätzlich einen feinen Bikerkollegen aus den deutschen Flachland (Berlin), dem Stefan.

Danke euch beiden, es war mir eine große Freude mit euch, es hat mir mächtig Spaß gemacht.

2 Gedanken zu “Sardinien 2019

  1. Martin schreibt:

    Jaja. Manche haben eben Zeit und Geld um das ganze Jahr Holladio zu machen.
    Leider konnte ich nicht dabei sein (Neid – Neid – Neid).
    Freue mich auf nächstes Jahr Albanien.

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