Sardinien 2017

Ok ok, das hat ein wenig gedauert bis ich mich aufgerafft und mir die Zeit für einen kleinen Bericht von der Sardinienrunde genommen habe. Aber ja, es gelingt eben nicht immer alles sofort, manches braucht eben etwas länger. 😉

Nun gut soll so sein, aber jetzt will ich mal das Erlebte aus meinem Gedächtnis zusammen raufen und versuchen das auch halbwegs chronologisch richtig nieder zu schreiben.

Dieses Jahr hatte ich ja das Glück selbst nicht mit der Planung betraut zu sein, also nur als Mitfahrer und Genießer dabei zu sein. Das hat auch was und ist irgendwie entspannter. Man braucht sich nicht um Unterkunft, Anfahrt und dergleichen kümmern, sondern nur am besagten Verladezeitpunkt bzw. Treffpunkt am Abfahrtstag mit all seinen Utensilien gestellt zu sein. Das ist auch eine Art von Qualität, die das Ganze schon im Vorfeld recht entspannt angehen lässt.

26.04.2017
Das Verladen passierte am Tag vor der Abfahrt in Marcell’s Garage und wurde anschließend schon mal mit etwas Einstimmung in seiner Hausbar nach getaner Arbeit belohnt.

 

27.04.2017
Los ging es dann am nächsten Tag bei nicht gerade berauschendem Wetter. Schnee auf der Autobahn Richtung Brenner war schon etwas heftig, aber die Aussicht auf Sonne ließ uns die Stimmung nicht versauen.

 

Die Fahrt bis Livorno war problemlos, das Hafengezeter wie immer unspektakulär. Auch die Überfahrt nach Sardinien konnte mit entsprechender Versorgung von Flüssigem gut überstanden werden. Wie immer mit der Nachfähre war die Ankunft um 07°° und der Rausschmiss von der Fähre ging recht zügig von statten.

 

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28.04.2017
Die anschließende Fahrt zu unserer Behausung war relaxt und die Vorfreude auf das Kommende stieg von km zu km. Nach Übernahme des Hauses ging es gleich ans Ausladen, Einräumen und fertigmachen zur ersten Erkundungstour. Diese führte uns zum Passo Genna Silana und retour. Immer wieder ein Genuss die SS125. 🙂

 

Tour 1 – Passo Genna Silana

29.04.2017
Wecker oder dergleichen brauchten wir an diesem „ruhigen Ort“ keinen. Entweder der Hahn sorgte für muntere Männer, oder der Hammel versuchte uns aus dem Bett zu bringen. Dies hatte natürlich auch seine gute Seite, denn somit begann der Morgen schon mit Morgensport. Klasse Sache und echt super so in der Gemeinschaft durch die Prärie zu traben. Hubert, Marcell, Marko und ich hatten somit schon etwas Dampf abgelassen und konnten uns dann der Tour schon etwas entspannter widmen. Hubert allerdings nur durch Muskelkraft, sprich Rennrad. Na ja, zur Not hatte er ja auch das Versorgungsmoped zur Verfügung, mit dem er die Umgebung etwas erkunden konnte. 🙂

 

Die heutige Tour  führte uns über Lanusei, Ussassai Richtung Sadali bis nach Atzara, um dann via Aritzo-Gadoni wieder zurück zu fahren. Eine Klasse Tour wieder.

Tour 2 – Wendepunkt Atzara

30.04.2017
Bevor es wieder auf die Bikes ging und noch vor dem Frühstück wurde eine Runde mit den Laufschuhen gedreht. Morgensport macht müde Männer munter. 😉

 

Nach dem bestens vorbereiteten Frühstückstisch von Martin und Thomas wurden erstmal die Mäuler gestopft und ordentlich Kalorien getankt, um den heutigen Tag im Sattel ohne Hungerast zu überstehen. 🙂

 

Dieses mal war eine Strandtour am Programm. Hubert war diesmal als Sozius dabei und machte sich in seiner „fast neuen Lederkluft“ richtig gut. IMG_1475Die Straße führte uns nach Villaputzu, Tertenia, Tortoli und retour zum Haus. Die anschließende Grillage war dann das Tüpftchen auf dem i. 🙂

 

Tour 3 – Strandtour

01.05.2017
Heute streikten wir Morgensportler, somit war etwas länger Ruhe in den Morgenstunden. Theoretisch halt, denn der Hahn, oder die Hähne bzw. unser freundlicher Hammel hielten sich strickt an ihr Morgenritual. 😦

 

Die heutige Tour führte uns über die SS125 via Baunei nach Dorgali, weiter nach Orgosolo, Oliena und weiter nach Mamoiada. Von da aus fuhren wir die Runde über Fonni, Villanova/Strisaili, Villagrande/Strisaili nach Tortoli zurück zum Haus. Echt phantastisch und kaum zu beschreiben. Über die SS125 brauch ich eigentlich nichts zu schreiben, die ist eh schon jedem Sardinienfahrer ein Begriff. 🙂

Ganz toll war, dass wir gerade zur Zeit des Giro auf der Insel waren und wir die irren Vorbereitungen, speziell das Schmücken der Häuser und Straßen (Fotos) miterleben konnten. Toll diese Begeisterung.

 

Tour 4 – Runde über Dorgali-Orgosolo-Fonni-retour

02.05.2017
Diese Tour war für mich der Hammer, wäre da nicht, ja leider ein kleiner Schönheitsfehler passiert. Dazu aber etwas später.

Gestartet sind wieder wieder nach einem sehr reichhaltigen Frühstück in Richtung Bari Sardo um dann über Jerzu-Perdasdefogu-Escalaplano nach Ballao zu fahren. Alles herrliche Straßen, sagenhaftes Kurvengewimmel und nix los. Also was will man mehr. 🙂 Dort dann trennten sich die Wege unserer Gruppe. Ich wollte noch einmal eine Extraschleife einlegen. Ich wollte unbedingt die Strecke von 2008 nochmals abfahren und die grandiose SS125 Richtung Norden retour fahren. Der Großteil der Truppe wollte so eine lange Tour nicht machen, so blieb nur mehr Marco über der mich auf dieser Extraschleife begleitete. Ihre Rückfahrt führte sie dafür über Stock und Stein. 😉

 

Weiter ging es dann nach San Nicolo Gerrei, Dolianova bis nach Maracagonis. Hier war die Strecke nur teilweise eine Kurvenhatz (bis Dolianova ein Traum), jedoch schön zu fahren. Wie schon zuvor, beinahe alleine auf den Straßen unterwegs, selten ein Auto, geschweige ein Motorrad in Sicht. Ab Maracagonis waren dann noch einige kleine Nebenstraßen im Programm, die aber letztlich zum ersehnten Ziel führten, der SS125.

Ab km 163 war dann Feuer untern Reifen. Kann man nicht wirklich beschreiben, es ging einfach gewaltig zur Sache. NULL Verkehr, bester Asphalt und eine ideale Kurve nach der anderen. Buh, da war höchste Konzentration angesagt. Die Fußraster hinterließen permanent ihre Spuren im Asphalt, ein unaufhörliches hin- und her. Das war wieder Adrenalin pur, soviel dass es fast schon über die Unterlippe herausquoll. Am „Ende“ der Kurvenorgie dann musste ich an den Straßenrand ran, ich musste mal kurz verschnaufen und mit einem Grinsen von links nach rechts im Straßengraben sitzend etwas verschnaufen. Man oh man, das war Spaß zum Quadrat. Und Marco, na ja, der kam aus dem Grinsen gar nicht mehr raus, fehlten beinahe die Worte um seine Gefühle zu beschreiben.

Nach der tollen und auch rasanten Fahrt durch das Kurvengewirr fuhren wir im gemächlichen Tempo über San Priamo nach Muravera. Dann aber nicht der Küstenstraße entlang, sondern weiter über San Vito die SS387 wieder nach Ballao.

Klasse Strecke, einfach genial. Über die SP117 diesmal vorbei an Escalaplano und rauf über die SP53 nach Esterzili. Auf der SP53 dann zwei Motorradgesellen, die die herrlichen Kurven in einem höllisch langsamen Tempo befuhren, dass es fast schon an Beleidigung für die Straßenbauer grenzte. Wäre ja an und für sich nicht so ein Problem, nur wenn man an ihnen vorbei will und sie sich „absichtlich“ breit macht und „immer“ in den Moment den Gashahn auf macht, wenn man vorbei will, dann ist das ärgerlich. Vor allem wenn die Leistung meines Motorrades an die Grenzen gebracht werden muss. Das mag ich ganz und garnicht. Nun die Quintessenz war dann ein doch eher gewagteres Überholmanöver an der Kurveninnenseite. Ist normal ein voller Schwachsinn und nicht alltagstauglich, aber wenn diese super Biker so fahren dass man keine andere Wahl hat, dann, ja dann ….! In Sardinien geht das, in heimatlichen Gefilden würde ich an den Straßenrand fahren, absteigen und diese Koffer ziehen lassen. Hat mich aber trotzdem einen Schalthebel gekostet. 😦

 

Nachdem das erledigt war ging es weiter auf der SS198 nach Sadali-Seulo, Seui, Ussassai, Gairo und Ilbono. Hier gab es mal eine kleine Stärkung, da wir ja schon ordentlich ermattet waren. Bis hierher hatten wir jetzt ordentlich Kurven vom Feinsten gesammelt, so dass eine kleine Stärkung notwendig wurde.

Nach beinahe 350 km war uns beiden klar, der Rest wird ganz ruhig und gemütlich angegangen. Der Cruisemodus wurde aktiviert und das Hauptquartier angesteuert.

So und jetzt komme ich zu dem Eingangs erwähnten Schönheitsfehler. Ich fuhr aus dem Ort raus, die ersten Kurven nahmen seinen Lauf, vor uns drei Autos im Schneckentempo. Kein Problem hatten ja den Cruisemodus aktiviert. In der dritten Kurve nach Ilbono kommt eine Abzweigung nach links, alle fuhren schön langsam dahin als ohne Vorwarnung das erste Auto ohne zu Blinken links abbog. Die vor mir fahrenden legten eine Schnellbremsung hin, ich ging voll in die Eisen, zog leicht nach links raus, um sicher zu gehen, dass ja nix passiert. Und schon war es passiert. Marko hatte das Manöver zu spät bemerkt, ging in die Eisen, touchierte mein Heck leicht und lag unvermittelt samt Bike am Asphalt. Bravo, das wars. Fast im Stillstand ist er umgefallen, das Bike war aber nicht mehr zu gebrauchen. Lenker gebrochen, Verkleidung gebrochen.

 

Alle sind aus dem Auto gesprungen, haben sardisches von sich gegeben, sich erkundigt ob ja keiner verletzt war, aber das war es dann auch schon. Hier und jetzt auf dieser Insel ohne Sprachkenntnis und sonstwas einen Schuldigen (erstes Auto) zu bestimmen, das konnte man vergessen. Vergessen konnte man auch die Weiterfahrt, also versuchen wir Marcell zu erreichen, um dann mit dem Hänger das Bike zu holen. Ok das klappte, aber Marko hatte somit die restliche Zeit frei, Strandliegen!

Tour 5 – Die lange Runde

Trotz allem ließen wir uns am Abend ein kleines Strandläufchen nicht nehmen. War gar nicht so schlecht, kommt man auf andere Gedanken und kann den Ärger abbauen.

 


03.05.2017
Heute war Faulenzen angesagt, zumindest am Vormittag. Kurze Fahrt nach Arbatax und an den Strand zum Sonne tanken.

 

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Nach der vormittägigen Erholung am Strand musste doch noch eine adrenalingetränkte Spritzfahrt sein. Ab auf die SS125 zum Kurvenwetzen auf einen kühlen Drink in Cala Gonone. Wow, das hat Spaß gemacht. 🙂

 

Tour 6 – Cala Gonone

04.05.2017
Schön langsam war es soweit, das Ende nahte. Heute ging es nochmals ab in die Berge, um nochmals den Zauber der Kurven zu genießen. Der Weg führte uns über Seulo-Tiana-Fonni nach Gavoi, von wo wir dann wieder über Villanova Strisaili nach Lanusei und zurück zum Haus gefahren sind. Der alltägliche Kaffee in der Bar vor Ort schloß wie meistens den Tag am Bike.
Zwischendrin gab es immer wieder mal Stopps zwecks Erfrischung bzw. Geländeerkundung und Höhlenforschung. 🙂

 

Am Ende der Tour waren wieder fast 300km auf dem Tacho. 🙂

Tour 7 – Letzte Ausfahrt

05.05.2017
Der Weg zurück in die Heimat ließ uns schon recht früh aufbrechen, um den Zieleinlauf der ersten Etappe vom Giro live in Olbia nicht zu verpassen. Alles lief wie am Schnürchen und zu guter letzt gewann auch noch ein Österreicher diese Etappe.

 

Der Rest der Heimfahrt problemlos, alles tutti paletti.

Nachsatz
Es war mir eine Freude und hat mächtig Spaß gemacht, mit euch Jungs mal sardische Straßen zu befahren. Denke immer wieder mal an diese schöne Zeit zurück.

Danke Jungs

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