Nachbetrachtung Sardinien die 5te

Sardinien die 5te

Berichte sollte man immer mit ein wenig Abstand anfangen zu schreiben. Man ist wieder im „normalen“ Leben angekommen und sieht die Erlebnisse dann etwas objektiver. Und jetzt ist die Zeit reif, eine Nachbetrachtung ist fällig.

Vorweg schon mal eines, es war wieder ein tolles, einzigartiges und harmonisches Biken auf den Straßen Sardiniens. Ein Erlebnis das man nicht missen möchte, ich zumindest nicht, ein stressfreier erholsamer Urlaub, der trotz anstrengender Routengestaltung keinen überforderte.

Los ging es am Freitag dem 23.05.14 um ca 11°°. Zuvor noch die Maschinen aufgeladenAufladen und ab ging’s Richtung Süden. In Matrei den Edi von der Arbeit losgeeist, nichts sollte uns aufhalten. Anfangs war das Wetter noch recht bescheiden,Anfahrt um nicht zu sagen beschissen, aber je weiter es gegen Süden ging, desto besser wurde es.

 

Die Stimmung bestens! Bei der Ankunft in Livorno dann ein Meer an Bikern, so viele auf einen Haufen habe ich noch nie gesehen. Ob das auf der Insel dann nicht recht eng wird?

Nach dem Einschiffen und dem Verstauen unserer spärlichen Utensilien in der Kabine ging es dann ab zur FlüssigkeitsaufnahmeFährbier und zum Futtertrog. Na ja, des Futter vergessen wir besser, aber das Ichnusa, das flutschte ordentlich.

Nach Mitternacht ging’s dann ab in die Koje,Kajüte damit die Ausgaben nicht ganz umsonst waren.

Der nächste Morgen, herrlich. Die Insel vor uns, die Sonne strahlt und wir auch. Nachdem schon erste Sardinienluft geschnuppert wurde machten wir uns auf, um rechtzeitig aus dem dicken Bauch der Fähre ausfahren zu können. Ich kann euch sagen, wir waren nicht Einzigen.

Fähre

Das Navi mit den Hoteldaten gefüttert und ab ging es, nix wie raus aus Olbia. Ohje, da war schon das erste Hindernis zu bewältigen. Olbia und schnell verlassen, das war schwieriges Unterfangen. Eine Baustelle nach der Anderen, Sperren, Umfahrungen und und und! Da nützt dir das beste Navi nix, da muss der Hausverstand und etwas Glück mitwirken, um aus dem Labyrinth raus zu kommen. Nach einigen Versuchen haben wir es dann geschafft und der Weg zur Villa Asfodeli war nur mehr eine Zeitfrage.

Nach gut 2 Stunden auf sardischen Geraden waren wir endlich im Hotel in Tresnuraghes.

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Bis auf das, dass wir kurz vor dem Ziel in den engen Gassen von Tresnuraghes mit unserem Gespann beinahe stecken geblieben wären, ist alles problemlos verlaufen. Die Aufwartung im Hotel war sehr freundlich die Zimmer schnell bezogen und unser Freund, der Carl, hatte schon für die entsprechende Erfrischung gesorgt.

 

 


Einschwingen

Sofort ging’s an Abladen und anschließend auf unsere Zimmer, um uns für die erste Tour reisefertig zu machen.

Zum Einschwingen war nur eine kurze (KM-mäßig) Runde angedacht. Über Bosa an der Küste entlang bis nach Alghero und dann im Innenland wieder zurück. Ich sag nur phantastisch! Kurve um Kurve, kein Verkehr null los, was will man mehr. In Alghero dann einen wohlverdienten Capo geschlürft und dann zurück. P1010705
Das Abschlussbier auf unserer Terrasse war vom Feinsten.

Der nächste Tag, die nächste Tour. Heute natürlich etwas mehr, viel mehr

Dieses mal in die andere Richtung, nach Süden. Ab ging es in Richtung Oristano, weiter nach Terralba bis nach Guspini bzw Arbus. Eine erste Pause war angesagt, Capoentzug stellte sich ein. Zudem war es recht warm, die verlorene Flüssigkeit musste aufgefüllt werden. Bis dorthin war es teils recht kurvig aber auch recht lange fade Geraden, die nur Landschaft zum Gucken brachte, aber keine Lenkbewegung oder sonstige Aktionen erforderte.

Dies sollte sich aber recht ordentlich ändern. Die Strecke von Guspini nach Iglesias lies den Adrenalinspiegel abrupt steigen. Lies die Freudentränen ins Auge sickern und die Kondition in Frage stellen. Ein Highlight der Tour, absolut, ein Wahnsinn! Ab Iglesias hieß es dann wieder den Rückzug antreten, der Tag war schon fortgeschritten. Über Vallermosa, Samasi, Uras, Santa Giusta rauf bis nach Paulilatino. Dieser Streckenabschnitt war wieder anspruchsloser, mehrfach nur geradeaus. Ab Paulilatino war die Strecke wieder so, dass das Herz wieder ein paar Takte zulegte. Das Ganze steigerte sich dann noch ab Santa Lussurgiu, denn da ging es dann in eine bewaldete Gegend mit einigen HM und phantastischen Kurven bis nach Cuglieri. Sensationell. Der letzte Teil  bis nach Tresnuraghes war dann etwas ruhiger, jedoch super zu fahren. Das/die Tourabschlussbier(e), Ichnusa 66cl, wurden obligatorisch im Garten genossen.

 Tag 3, Stintino-Porto Torres-Castelsardo bis nach Badesi waren die erklärten Ziele

Die Tour führte uns wieder über die schöne Küstenstraße von Bosa nach Alghero. Immer wieder ein Hit. Nach einer kurzen Capopause in Alghero cruisten wir dann weiter Richtung Stintino. Ein tolles Panorama erwartete uns und lud unseren „eisernen“ Carl zu einer erfrischenden SchwimmeinlageCarl beim Schwimmen ein. Nicht einmal die vorhandenen Seeigel konnten seinen Entschluss verhindern.

Nach der Erfrischung und dem reichlichen Fotografieren der Kulisse machten wir uns weiter auf den Weg nach Porto Torres. Da aber nicht wirklich das Bedürfnis bestand, im Hafen von Porto Torres die Kähne zu zählen, streiften wir dies nur und fuhren gleich weiter nach Castelsardo. Dort angekommen ging’s den Hügel rauf, um Coffein zu konsumieren. Am Fuße der „Burg“ wurde der Capo genossen und dem Treiben zugesehen.

Das nächste Ziel und zugleich der Wendepunkt Badesi, das wir aber nie erreichten, weil wir schon etwas später dran waren und der Rückweg dann doch zu lange gedauert hätte. Zudem verirrte sich der eine oder andere Regentropfen auf’s Visier. Die Fahrt durch’s Innere machte viel Spaß, war schön zu fahren und reichte vollkommen an diesem Tag.

Nachbearbeitung der Tour obligatorisch auf der Terrasse mit …? Richtig ichnusa!

Weiter geht’s auf der Insel, Tag 4

Obwohl das Wetter unbeständiger geworden ist, in aller früh – 07°° – sogar ein netter Regenschauer mit schwarzen Wolken ringsum abging, war die Stimmung positiv und für alles bereit. Zumal ja rundum Sonne und schönes himmelblau auszumachen war. Die Planung und die vorgenommene Tour 4 sollte uns ins Innere der Insel führen und viele Kurven beinhalten.

Die Planung war perfekt, die Runde ein Erlebnis. Der Einstieg ins Geschehen wurde wieder über Santa LussurgiuAufwärmen gemacht, ein Strecke die man nicht oft genug fahren kann, abwechslungsreich mit tollen Passagen mitten durch die Wälder. Dass wir bei allen unseren Ausfahrten praktisch die Straße für uns selbst zur Verfügung hatten, soll hier nur so als Randbemerkung gesagt sein. Ein Umstand den die Biker überhaupt nicht schätzen!

An Ghilarza vorbei kamen wir dann am Lago Omodeo zum stehen. Eine Aussicht eben, an der man nicht vorbeifahren kann/soll. Hier musste mal ein Dorf gestanden haben, denn die Überreste der Stromversorgung wurden kurzerhand einfach unter Wasser gesetzt.Stromleitungen im Wasser

War die Fahrt bis hier her schon eine tolle Fahrt, so ging’s von nun an ordentlich zur Sache. Die Strecke nach Sorgono-Fonni-Mamoiada-Nuoro-Orune-Bitti-Budduso bis nach Ozieri war ein hin und her, ein Kurvenrausch vom Feinsten, so dass man richtig froh war, dass das letzte Drittel ein paar „gerade“ Anteile hatte und man mal durchschnaufen konnte. Mann oh Mann, da bekomme ich beim Schreiben nochmals feuchte Hände und Herzklopfen, so grandios war das. Der zwischendurch aufgetretene leichte, kurze Spritzer hat dem nichts anhaben können, da die Straßen nie wirklich nass waren. Alles in allem eine grandiose Tour.

Die 5. Tour brachte uns an die Costa Verde

Die Costa Verde, der unberührte Teil der Insel, Naturschutz im Vordergrund, einsame Gegend mit wenig Tourismus, eine Oase für Erholungsuchende. Dorthin wollten wir auch mal hin, uns von der unberührten Natur beeindrucken zu lassen. Wie jedesmal ging es recht früh nach einem ausgiebigen Frühstück los, um die Straße unter die Räder zu nehmen. Da klar war, dass ein recht ansehnlicher Teil der Tour recht unspektakulär verlaufen würde, musste gleich Anfangs etwas kurviges zum Aufwärmen her. Über Santa Lussurgiu bis nach Solarussa waren erstmal Kurven angesagt. Ab da dann viel Gegend, schöne landschaftliche Eindrücke, aber wenig zum Lenken. So fuhren wir bis nach Marceddi, wo wir den ersten Capo schlürften. Eine recht einsame Gegend mit einer beeindruckenden Überfahrt zur Costa Verde. Diese Brücke bzw. Verbindung findet sich als Straße nicht in den Karten, die muss man erst finden.Brücke zur Costa Verse Ab da dann wieder Küstenfeeling. Auf engen Kurven entlang der Küste drangen wir immer tiefer in die Costa Verde ein. Ein Paradies für Camper! Als dann die Straße nur mehr aus feinen Sand bestand kehrten wir um, hier gab das Navi W.O. und auch die Karten gaben nix vernünftiges her. Zudem trübte es wieder ein wenig ein und der Weg zurück war weit. Ein kurzer Versuch über einen Bergrücken zu kommen scheiterte aus Feigheit! 😉 Somit fuhren wir einen Teil der Strecke wieder zurück und zweigten dann Richtung Montevecchio bzw. Guspini ab. Von dort ging es dann im zik zak bis nach Uras und auf tollen Straßen im Inselinneren zurück bis nach Paulilatino, Santa Lussurgiu bis zum Hotel.

 

Die Tour wiederum vom Feinsten, mit viel Sehenswerten und super Straßen.

Der 6. Tag, die 6. Tour sollte uns über Sassari bis nach Badesi führen 

Gleich zu Beginn ging es ab in Richtung Padria und weiter nach Monteleone Rocca Doria, Villanova Monteleone, bis nach Sassari. nach einem kurzen Verschnaufer wollten wir uns weiter auf den Weg nach Badesi machen. Dies blieb allerdings nur ein Vorhaben, denn aufgrund eines nahenden heftigen Gewitters war Aufgabe die bessere Variante. Das Ziel lag genau im Auge des Gewitters und Regen ist generell nicht im Plan vorgesehen und höchst unerwünscht. Die Küste in Richtung Alghero schien davon verschont geblieben zu sein, somit zurück in Richtung Küste. Die Umkehr konnte allerdings nicht verhindern, dass wir trotzdem in einen kurzen Regenschauer gerieten. Zum Glück nichts dramatisches, aber doch so, dass es nicht so lustig war. Je näher wir aber wieder der Küste rund um Alghero kamen, desto besser wurden die Verhältnisse. Zwar überall noch ein wenig Nässe auf der Piste, aber nichts was dem Spaß einen Abbruch verpasste. Der Ritt der Küstenstraße entlang war wiederholt ein Vergnügen der besonderen Art. Einfach Klasse.

In Bosa angekommen stand die Entscheidung an, was tun. Das Wetter hat sich wieder von der feinen Seite gezeigt und die Uhr zeigte noch eine zu frühe Stunde an. Kurzentschlossen musste noch eine Schleife mit ordentlich Kurven gefahren werden. 🙂 Super, super und nochmals super !!!!! Sieht man mal von der Einfahrrunde ab, so war das die Tour mit den wenigsten KM, jedoch immer noch genug um sich auf das Hotelbier, eh klar ichnusa zu freuen. 🙂

Die Krönung der Woche, Tour 7

Nachdem schon am Vortag klar war, der Reifen von Carl, der macht’s nicht mehr langSasso Gomme 2014-05-30 11.28.57, musste ein Neuer her. Kurzerhand wurde nach dem in vielen Foren hochgelobten „Sasso Gomme“ gegoogelt und die letzte Route darauf abgestimmt. Sassa Gomme war im Osten, ziemlich genau auf  der gegenüberliegenden Seite, bei Tortoli. Das waren schon einige Kilometer die da vor uns lagen, die nicht so wie bei uns locker in kurzer Zeit abgespult werden können. Bei dem links/rechts in Sardinien braucht man dazu schon eine Spur länger! 🙂 Daher der erste Teil so gerade und schnell wie nur möglich. Wenig erbauend aber notwendig um vor der Sperrstunde noch Gummis für den Carl seiner Kuh zu bekommen. Das ging dann auch so wie geplant, um 11:30 war der Deal über die Bühne und die Kuh wurde zum Beschlagen geführt.Sasso Gomme 2014-05-30 11.39.37 Für uns Zeit um im benachbarten Kaffee ausgiebig zu rasten und Capo aufzunehmen. Nach nicht einmal einer Stunde war der Spuk vorbei, die Diabolos auf der Maschine verbaut und wir zu einigen Kurven bereit. Und das sollte es dann auch werden, Kurven, Kurven, Kurven, …………….! 🙂

Zurück ging es erstmal auf der berühmten SS 125. Ich weiß nicht wie oft ich diese schon gefahren bin, aber ich weiß ich könnte diese Straße täglich mehrfach fahren, einfach ein Hammer!!! Auf der Passhöhe (Passo d Silana) wurde dann eine erste Verschnaufpause konsumiert und der Grinser aller ging von einem Ohr zum Anderen. Lange wurde aber nicht gerastet, standen ja noch einige KM an. Weiter ging’s, an Cala Ganone vorbei bis nach Dorgali und von da dann über Nuoro rauf ins „Banditendorf“ Orgosolo. Kurze Tanke und ab, der Reifen war noch warm.

Der restliche Weg bis zum Hotel führte uns über Mamoiada, Fonni, Tiana, Sorgono, Ortueri über den Fiume Tirso nach Paulilatino, Santa Lussurgiu, Cuglieri bis nach Tresnuraghes, in unser Hotel. Das waren Kilometer die kaum zu beschreiben sind, die muss man mal fahren, erst dann kann man das Gefühl nachempfinden. Einfach super!

So, das war’s, der Zauber Sardinien war vorbei, morgen ging es wieder zurück. Ausnahme Carl, der ja mit dem Bike angereist war und so noch eine Tour bis zur Fähre genießen durfte.

Fazit
Das Hotel war wieder gut gewählt, sehr gute Gastfreundschaft, saubere Zimmer und gutes ausreichendes Frühstück. Zweimal konnte wir auch die Küche des Hauses genießen, auch das war voll OK.

Das Essen war aufgrund fehlender Infrastruktur in Tresnuraghes nicht so sardisch wie ich es mir gewünscht hätte, aber der Pizzamann neben dem Hotel war erste Klasse und sein Wein und Mirto nicht von schlechten Eltern. Die Preise echt cool, also günstig und trotz allem blieb da einiges bei ihm von uns in der Kasse liegen. 🙂

Carl, der etwas Unbekannte in unserer Runde, war ein echter Gewinn. Wir hatten viel Spaß mit dir, wäre schön, wenn wieder mal dabei wärst! 🙂

Die Touren Richtung Süden waren mit einigen weniger interessanten (geradeaus) Passagen gespickt, was aber angesichts der Gesamtanzahl an Kurven nicht wirklich ins Gewicht viel. Will man keine Verschnaufpausen im Sattel, dann ist man auf der Ostseite besser bedient.

Und jetzt noch und wieder einmal meine persönliche Anmerkung. He Männer, es war mir wieder eine megagroße Freude mit euch diese Tage verbringen haben zu dürfen. Ihr wart wie jedesmal super kameradschaftlich, ohne großen Stress und Unstimmigkeiten, diszipliniert einfach toll. Um in der heutigen Ausdrucksweise zu sagen – megageil !!!

Einfach eine klasse Truppe.

 

 

 

 

 

 

2 Gedanken zu “Nachbetrachtung Sardinien die 5te

  1. carlzumstein schreibt:

    HI Christian

    ein großes Lob für deinen ausführlichen Tourenbericht.Kann mich deinen Worten anschließen, war eine super
    Runde mit euch, sicher nicht die letzte Reise.

    Bis bald in Vogt

    Gruß Carl

    • tirolbiker schreibt:

      Danke, ist immer schön, wenn Dabeigewesene das ebenfalls so empfunden haben. Und, wenn wir wieder etwas starten, dann bist natürlich herzlich eingeladen! 🙂 SG Christian

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